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1. Anreise über Quito nach Loja

 

Ein lang ersehnter Traum wird wahr! Endlich geht es nach Lateinamerika, genauer gesagt nach Ecuador. Nach einen harten Arbeitstag holte ich mein am Vortag gepackten Rucksack (etwa 4kg, mehr brauchte ich nicht) von Zuhause ab. Ich wurde vor Mitternacht noch zum Öhringer Bahnhof gebracht und fuhr von dort mit der Bahn direkt zum Frankfurter Flughafen, wo es am frühen morgen über Madrid nach Quito in Ecuador ging. Gegen 18 Uhr Ortszeit kam ich in Quito an. Im Flugzeug musste ich noch kurz vor der Landung drei Einreiseformulare ausfüllen. Diese gab ich nach dem Ausstieg gleich meinem zugewiesenen Grenzbeamten, der mir ohne Probleme ein Visum mit der maximalsten Aufenthaltsdauer. Wie ich später noch auf meiner Rundreise durch Ecuador kennenlernen werde, sind die Polizisten, Soldaten und privaten Sicherheitsdienste immer sehr hilfsbereit, aber bei Kontrollen auch sehr konsequent! Der Flughafen dort ist so klein das Fluggäste, die ausreisen wollen, an einigen wenigen Schaltern lange warten mussten. Die Warteschlangen gingen bis an die Straße hinaus.

Da ich mein Patenkind am 15. Dezember südlich von Loja und zuvor noch die zuständige Hilfsorganisation besuchen wollte, ließ ich mich gleich vom Flughafen mit einem Taxi (lebensmüdige und rasende Taxifahrer) zum modernen und großen Busbahnhof Terminal Terreste (so werden alle großen Hauptbusbahnhöfe in Ecuador genannt) fahren. Dort angekommen sah ich erst, wie viele Dimensionen dieser Busbahnhof hat. Innen befinden sich Pflanzen und oben sehr viele Fahrkartenschalter die verschiedensten Busunternehmen (Coop. genannt) haben. Der Bus fährt in 10 Minuten ab, daher kaufte ich mir schnell noch von der Coop. Trans Loja für 17USD eine Bus-Fahrkarte nach Loja. Züge gibt es (mit einer Ausnahme) in ganz Ecuador nicht.
An das „Busabfertigungssystem“ mit Busfahrt in Ecuador muss man sich erst einmal gewöhnen! Jetzt schnell noch den richtigen Bus finden und einsteigen – so geschehen. Jeder Fahrgast bekommt eine Sitznummer zugewiesen, man kann sich den Sitz also nicht selbst aussuchen. Der Bus ist mit bequemen Sesselsitzen ausgestattet (im Gegensatz zu den Fluggesellschaften, viel Beinfreiheit), die Fahrerseite wird durch eine Wand mit dem Busfahrer und dem Busbegleiter (kontrolliert die Fahrkarten) getrennt. Bei Abfahrt von Quito Richtung Loja begleitete uns alle ein Schmuckverkäufer der uns eine handgemachte Kette und einen Stein in die Hand legte und so tat als ob man dieses geschenkt bekommen würde. Nach ein paar Sprüchen sammelte er den Schmuck wieder von denjenigen ein, der nichts bezahlt; Eine alltägliche Masche in Ecuador, wie ich später noch festgestellt habe.

Es war jetzt dunkel geworden und ich schlief einige Stunden im Bus. Irgendwann nach Mitternacht machte der Bus halt und es kamen schwer bewaffnete Personen in den Bus – Es stellte sich heraus das es die örtliche Policia und das Militär war, die jedes Gepäck und jede Person nach Waffen und Drogen absuchten. Nachdem die Tortur vorüber war fuhr der Bus sofort weiter nach Loja. Ich schlief wieder ein und wachte irgendwann bei der Dämmerung auf und sah, das wir durch Kurvenreiches Andengebirge (kurz vor Loja) mit hoher Geschwindigkeit fuhren. Mitten drin hörte auf einmal dieser „Erdweg“ auf und ich fragte mich wo jetzt wohl der Bus weiterfahren würde; Dann fuhr der Bus links -wortwörtlich- die leicht abgeneigte Schlucht herunter (der Bus kann jeden Moment die Schlucht herunterstürzen!). Glück gehabt: Der Bus rutschte am letzten Stück noch etwas ab und kam dann an einen weiteren unteren „Erdweg“ an. Ab hier begann (Vorstadt von Loja) ein Armenviertel. Überall Blech- und Lehmhütten. Die Aussicht war unbeschreiblich. Nach 12 Stunden Fahrt kamen wir dann endlich in Loja Terminal Terreste an.


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